
![]() End Polio Now - Fakten und ArgumenteVorbemerkung:
Wer die Kinderlähmung besiegen will, braucht Partner. Die Verbündeten - Rotary, WHO, UNICEF, CDC (US-amerikanische Gesundheitsbehörde) und die Bill & Melinda Gates Foundation - können sich aufeinander verlassen. Sie können darauf vertrauen, dass jeder Partner in dieser Global Polio Eradication Initiative (GPEI) entschlossen ist, Polio endgültig zu besiegen. Dafür stehen auf unserer Seite über 1,2 Millionen ehrenamtlich tätige Rotarierinnen und Rotarier. Das Programm PolioPlus wurde von Rotarys Gesetzgebendem Rat (Council on Legislation - CoL) 1985 beschlossen. 2004, 2007 und 2010 hat der CoL Anträge, das Programm PolioPlus zu beenden, mit jeweils überwältigender Mehrheit abgelehnt. Die Mehrheit der Rotary Clubs weltweit vertritt demzufolge die Auffassung,
Warum müssen wir weiter Spenden sammeln?99 Prozent unseres Versprechens: „Eine Welt ohne Polio“ sind eingelöst. Wir stehen kurz vor dem Ziel.
Allerdings ist das letzte Prozent dieser größten Gesundheitsaktion aller Zeiten besonders schwierig: In den drei Ländern Afghanistan, Pakistan und Nigeria, in denen Polio noch endemisch ist, herrschen schwierige Bedingungen (fehlende Infrastruktur, politische Instabilität, kulturell-religiöse Vorbehalte). Doch es gibt positive Beispiele: Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden jedes Jahr fünf Millionen(!) Kinder geboren, die alle zuverlässig geimpft werden müssen, eine gewaltige Herausforderung. Dennoch hat es Indien geschafft, bereits ein Jahr ohne neuen Polio-Fall zu bleiben. Die Zahl der jährlichen Polio-Erkrankungen geht drastisch zurück. Das Geld dafür ist in jedem Fall gut angelegt, denn Rotary und die GPEI haben in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht. Im Vergleich zu 1988 sind nicht mehr 125, sondern nur noch die drei genannten Länder Polio-endemisch. Statt 350.000 Fälle pro Jahr waren es 2011 nur noch 400. Der Beitrag von Rotary mit nahezu 1,2 Milliarden US-Dollar ist der größte Betrag, der von einer privaten Organisation aufgebracht wurde. Nur die US-Regierung hat mehr Mittel bereitgestellt.
Wie hoch ist der Gesamtbedarf der Polio-Kampagne aus Sicht der WHO?Das Gesamtvolumen aller Aufwendungen aller Beteiligten am Polio-Programm wird von der WHO bis Ende 2012 auf ca. neun Milliarden US-Dollar geschätzt. Darin enthalten sind als größte Posten die Kosten für den Impfstoff, für Massenimpfungen (NIDs), Überwachungsmaßnahmen sowie den Ausbau des Labornetzes. Diese Mittel sind noch nicht gänzlich gesichert, die Finanzierungslücke für 2012 beträgt ca. 270 Mio. US-Dollar. Für die folgenden Jahre ist ebenfalls mit Engpässen zu rechnen.
Wo unser Geld bleibtAn der erfolgreichen "Gates-Challenge" über 200 Millionen US-Dollar waren deutsche Clubs mit über sechs Millionen Dollar beteiligt. Diese sowie alle weiteren Spenden für PolioPlus fließen jedoch nicht in einen großen Topf bei der Rotary Foundation, sondern werden zweckbestimmt von Deutschland aus über den Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. (RDG) auf Anfrage angewiesen. Das Verfahren funktioniert so, dass die WHO Rotary eine Liste mit bevorstehenden Aktivitäten im Kampf gegen die Kinderlähmung übermittelt, aus der RDG ein Projekt auswählt. Das kann zum Beispiel die Finanzierung von Werbemitteln für einen Nationalen Impftag sein. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der RDG-Vorstand vorher entscheidet, wo die Spenden aus Deutschland konkret eingesetzt werden sollen, und die WHO darüber einen aussagefähigen Verwendungsnachweis bereitstellt.
In den letzten Jahren ist RDG im Einzelfall von dem Grundsatz abgewichen, ausschließlich Projekte in den (damals) vier Polio-endemischen Ländern zu finanzieren, da akute Ereignisse in den angrenzenden Ländern schnelles Eingreifen erforderlich machten. Wie aufwendig Nationale Impftage (NID) sind, zeigt ein Beispiel aus Indien, einem Land mit 1,2 Milliarden Menschen: 700.000 Impfstellen werden dazu eingerichtet, an denen 1,17 Mio. Impfteams 255 Mio. Impfeinheiten austeilen, die in zwei Mio. Kühlboxen mit 6,3 Mio. Eispackungen verteilt werden müssen. 200 Mio. Haushalte werden direkt aufgesucht. So konnten bei einem NID 172 Mio. Kinder geimpft werden.
Ist das Ziel „Eine Welt ohne Polio“ überhaupt erreichbar?Ja, sagen die Fachleute der Weltgesundheitsorganisation – und schauen Sie nach Indien, dort hat es geklappt: Seit über einem Jahr gibt es keinen neuen Polio-Fall. Dr. Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, hat diesem Ziel oberste Priorität eingeräumt. Desgleichen der Präsident von Rotary International, Sakuji Tanaka, und der UN-Sondergipfel im September 2012..
Warum beteiligt sich die Bill & Melinda Gates Foundation an Rotarys Programm?Die Gates Foundation hat mit insgesamt 405 Millionen US-Dollar (100 Mio. 2007, 255 Mio. 2009 sowie 50 Mio. 2012) Rotary die bislang größte Einzelzuwendung gewährt, weil sie vom entschiedenen zielorientierten Einsatz von Rotary überzeugt ist. Sie will uns helfen und zugleich anspornen, unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb besteht die Herausforderung an Rotary, weitere Spenden aufzubringen, vor allem neue Clubs sind gefordert. Die Gates-Foundation vertraut auf das ehrenamtliche Engagement von 1,2 Millionen Mitgliedern von Rotary International.
Mehr als 215 Mio. Dollar haben Rotarier weltweit als Antwort auf die großzügige Unterstützung der Gates Foundation aufgebracht.
Warum konnte das Polio-Virus bisher nicht ausgelöscht werden?Weil wir wirklich alle Kinder dieser Welt impfen müssen, um die Infektionskette zuverlässig zu unterbrechen. Und wie gesagt: Das letzte Prozent ist nun mal das schwierigste.
Kann man denn einen Endzeitpunkt für das PolioPlus-Programm nennen?Leider nein, aber deutliche Hoffnungszeichen signalisieren, dass der Erfolg zum Greifen nah ist. Die Poliofälle gehen drastisch zurück. Die politischen Führer - jetzt auch in Pakistan - verpflichteten sich, "alles Menschenmögliche zu tun". In Indien z.B. geben bis zu 90.000 freiwillig tätige Rotarier bei den NIDs die größtmögliche Gewähr, wirklich alle Kinder zu erreichen.
Die Partner im Kampf gegen die Kinderlähmung haben für die Unterbrechung der Ansteckungskette folgende "Milestones" (Meilensteine) beschlossen:
Kann man sich beim derzeitigen Erfolg nicht auf reine Überwachung und Einsatz im Ernstfall beschränken?Nein! Was geschieht, wenn wir die Massenimpfungen aussetzen, zeigte sich vor Jahren in Nigeria. Nach der zeitweiligen Einstellung der NIDs waren innerhalb kurzer Zeit 22 Länder wieder von Polio verseucht. Auch bereits als Polio-frei zertifizierte Länder bleiben akut gefährdet, wenn Routineimpfungen der Regierungen nicht überall flächendeckend durchgeführt werden. Dieses Risiko dürfen wir nicht in Kauf nehmen.
Studien der Harvard Medical School bestätigen, dass die Aufwendungen für bloße Überwachung und Eingreifen im Ernstfall um ein Vielfaches höher sind als die Kosten für die Unterbrechung der Ansteckungskette und Zertifizierung nach drei Polio-freien Jahren.
Warum kämpft Rotary noch immer an vorderster Front gegen Polio, wenn unser Versprechen schon zu 99 Prozent erfüllt ist?Rotary hat eine Welt ohne Polio versprochen. Dieses Versprechen ist erfüllt, wenn die restlichen drei Polio-endemischen Länder zusammen mit Indien als "Polio-frei" von der WHO zertifiziert wurden.
Wenn Rotary sich jetzt zurückzieht, sind Ansehen, Vertrauen, mehr als eine Milliarde US-Dollar an Spendengeldern sowie 99 Prozent Erfolg verloren.
Wer überwacht den ordnungsgemäßen Einsatz der Spenden?Zum einen sind bei den Nationalen Impftagen neben den Fachleuten unserer Partner zahllose freiwillig tätige Rotarier im Einsatz. Zum anderen erhält Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. (RDG) in Düsseldorf von den Nationalen Polio Komitees Berichte über den Einsatz unserer Spenden. Über diese Projekte berichtet RDG bei der jährlichen Vertreterversammlung.
Was wird von den Rotariern erwartet?Nach der erfolgreichen Gates-Challenge sollen die Rotarier nicht gleich wieder zu Spenden aufgerufen werden. Allerdings: Ohne frisches Geld wird es keinen Erfolg geben. Deshalb sollten Rotary Clubs auch unter dem Aspekt der Imagepflege für Rotary mit Aktionen in die Öffentlichkeit gehen, die zum einen Rotary und zum anderen unser Hauptprojekt bekannter machen. Je intensiver wir PolioPlus in der Öffentlichkeit präsentieren, desto sicherer sind Spendeneinnahmen von Mitbürgern, die uns in diesem sinnvollen Projekt unterstützen wollen.
Ein Wort noch zu neuen Clubs, die bisher keine Gelegenheit hatten, an einer Spendenaktion für PolioPlus teilzunehmen. Informieren Sie Ihre Clubmitglieder über dieses Projekt und werben Sie für eine Beteiligung. Als Anhaltspunkt können die 128 Euro dienen, mit denen sich in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich jedes Clubmitglied für die Gates-Challenge engagiert hat. Spendenkonto: Rotary Deutschland Gemeindienst, Deutsche Bank AG Düsseldorf, Konto 940 940, Bankleitzahl 300 700 10. Verwendungszweck: PolioPlus Clubnummer nicht vergessen!
Warum soll die Öffentlichkeit noch besser informiert werden?Aus zwei Gründen:
Aktuelle Informationen zur Kampagne unter www.polioplus.de. PDG Hans Pfarr, Distrikt 1830 END POLIO NOW Coordinator Zones 14/19 Am Jausenteich 28, 72458 Albstadt Telefon 07431/ 4200 hhpfarr@aol.com
02.04.2012
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